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Haushaltsstrom 36,2 ct/kWh Einspeisevergütung 7,70 ct bis 10 kWp Modulpreis-Index 13,0 ct/Wp Quellen

Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?

Ratgeber · Redaktion · veröffentlicht am 14.10.2026

Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?

Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion

Lange galt die Faustregel, eine Photovoltaikanlage nach dem eigenen Stromverbrauch auszulegen. Seit die Einspeisevergütung deutlich unter dem Strompreis liegt, sieht die Rechnung differenzierter aus: Eine größere Anlage hat einen niedrigeren Eigenverbrauchsanteil, erzeugt aber mehr selbst genutzte Kilowattstunden und wird je kWp günstiger. Wie groß deine Anlage sein sollte, hängt von Dachfläche, Verbrauch, künftigen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Elektroauto und vom Angebotspreis ab. Dieser Ratgeber zeigt die Zusammenhänge mit Zahlen aus unserer Stundensimulation.

Die Dachfläche setzt die Obergrenze

Wie viel Leistung auf dein Dach passt, bestimmen Fläche, Form und Hindernisse. Die Verbraucherzentrale nennt für 1 kWp etwa 5 bis 7 Quadratmeter Fläche. Mit modernen Modulen um 450 Watt-Peak und rund 2 Quadratmetern liegst du am unteren Rand dieser Spanne, wenn die Fläche rechteckig ist und sich gut belegen lässt. Unser Modulanzahl-Rechner legt Module hochkant und quer auf deine Fläche und zeigt die genaue Zahl.

Auch eine zweite Dachseite nach Osten oder Westen ist nutzbar. PVGIS liefert für Ost und West mit 35 Grad Neigung in Kassel rund 80 Prozent des Südertrags, dafür zu anderen Tageszeiten.

Eigenverbrauchsquote und Autarkie gegenläufig

Mit wachsender Anlage sinkt die Eigenverbrauchsquote, während der Autarkiegrad nur langsam steigt. Unsere Stundensimulation für Berlin mit 4.000 Kilowattstunden Verbrauch, Südausrichtung und ohne Speicher zeigt das deutlich: Mit 4 kWp nutzt der Haushalt 34 Prozent des Solarstroms selbst und deckt 36 Prozent seines Bedarfs. Mit 8 kWp sind es 20 Prozent Eigenverbrauch und 42 Prozent Autarkie, mit 15 kWp 11 Prozent und 45 Prozent.

Die selbst genutzte Menge steigt dabei von 1.453 über 1.672 auf 1.809 Kilowattstunden. Mehr Leistung bringt also etwas mehr Eigenverbrauch, vor allem in den Übergangsmonaten und an trüben Tagen, und deutlich mehr Einspeisung.

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Dein Dach, deine Anlage: bis zu drei Angebote

Unsere Rechner zeigen Ertrag und Amortisation mit Rundwerten. Den echten Preis nennt dir nur ein Fachbetrieb, der Dach, Zählerschrank und Verschattung kennt. Wir geben deine Anfrage an Betriebe aus deiner Region weiter.

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Warum größere Anlagen sich trotzdem lohnen können

Ein Teil der Kosten ist fix: Gerüst, Anmeldung, Zählerschrank, Planung. Je größer die Anlage, desto günstiger wird jedes zusätzliche kWp. Wenn die zusätzlichen Module günstiger sind als die Einspeisevergütung über die Laufzeit einbringt, lohnt sich die Erweiterung auch bei sinkendem Eigenverbrauchsanteil. Ob das so ist, zeigt der Vergleich zweier Angebote mit unterschiedlicher Größe im Amortisationsrechner.

Hinzu kommt die Zukunft. Kommen in den nächsten Jahren eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto, steigt der Verbrauch deutlich. Eine Anlage, die heute knapp bemessen ist, lässt sich später nur mit erneutem Gerüst und Aufwand erweitern.

Die 60-Prozent-Grenze bei großen Anlagen

Neue Anlagen mit Einspeisevergütung unter 25 kW müssen die Einspeisung auf 60 Prozent der installierten Leistung begrenzen, bis ein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung eingebaut ist (§ 9 Abs. 2 EEG). In unserer Simulation verliert eine 10-kWp-Süd-Anlage in Berlin bei 4.000 Kilowattstunden Verbrauch dadurch 355 Kilowattstunden im Jahr, eine 8-kWp-Anlage 247 Kilowattstunden.

Das sind wenige Prozent des Ertrags. Ein Speicher, ein Elektroauto, das mittags lädt, oder eine Ost-West-Belegung verringern die Verluste. Mit einem intelligenten Messsystem entfällt die Grenze.

Mit Wärmepumpe und Elektroauto planen

Ein höherer Verbrauch verschiebt die Rechnung zugunsten größerer Anlagen. Unsere Simulation mit 12 kWp und 8.000 Kilowattstunden Verbrauch, etwa mit Wärmepumpe, ergibt 25 Prozent Eigenverbrauch und 40 Prozent Autarkie ohne Speicher; mit 10 Kilowattstunden Speicher sind es 47 und 71 Prozent. Bei 10 kWp und 6.500 Kilowattstunden, etwa mit Elektroauto, kommen ohne Speicher 25 Prozent Eigenverbrauch heraus, mit 10 Kilowattstunden Speicher 48 Prozent.

Wichtig ist, wann der Verbrauch anfällt. Ein Elektroauto, das tagsüber zuhause lädt, nutzt mehr Solarstrom als eines, das nur nachts an der Wallbox hängt. Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter, wenn die Anlage am wenigsten liefert.

Mit oder ohne Speicher

Ein Batteriespeicher hebt den Eigenverbrauch deutlich. In unserer Simulation mit 8 kWp und 4.000 Kilowattstunden steigt er von 20 Prozent ohne Speicher auf 30 Prozent mit 2,5 Kilowattstunden, 37 Prozent mit 5 Kilowattstunden und 41 Prozent mit 10 Kilowattstunden. Die ersten Kilowattstunden Speicher bringen am meisten, jede weitere weniger.

Ob sich ein Speicher lohnt, hängt von seinem Preis ab. Rechne die zusätzlich selbst genutzten Kilowattstunden mit dem Unterschied zwischen Strompreis und Einspeisevergütung durch und vergleiche das mit den Mehrkosten. Unser Eigenverbrauchsrechner zeigt den Zugewinn je zusätzlicher Kilowattstunde Speicher.

Teilflächen mit Schatten weglassen

Nicht jede Dachfläche lohnt sich. Fällt auf einen Teil des Dachs regelmäßig Schatten von Bäumen, Nachbarhäusern, Gauben oder Kaminen, liefern die Module dort deutlich weniger und können, je nach Verschaltung, auch benachbarte Module ausbremsen. PVGIS kennt nur den Schatten des Geländes, nicht den deines Grundstücks. Lass deshalb vor der Planung eine Verschattungsanalyse machen und belege stark verschattete Flächen nur, wenn Leistungsoptimierer oder ein eigener String die Verluste begrenzen.

Oft ist es wirtschaftlicher, auf zwei schlechte Module zu verzichten, als die ganze Anlage um sie herum zu planen.

Ost-West statt nur Süd

Wer neben der Südseite eine Ost- oder Westfläche hat, kann diese ebenfalls belegen. Je kWp liefern Ost und West weniger, laut PVGIS-Matrix für Kassel rund 80 Prozent bei 35 Grad Neigung. Dafür erzeugen sie morgens und abends Strom, wenn viele Haushalte mehr verbrauchen. In unserer Simulation mit 8 kWp Ost-West bei 15 Grad nutzt ein Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden 24 Prozent des Stroms selbst, mit Südausrichtung sind es 20 Prozent. Die 60-Prozent-Grenze kostet bei Ost-West kaum etwas, weil die Mittagsspitze flacher ausfällt: 16 statt 247 Kilowattstunden im Jahr.

Eine Ost-West-Anlage braucht in der Regel zwei MPP-Tracker oder getrennte Strings, damit beide Seiten im optimalen Arbeitspunkt laufen.

Drei Größen im Vergleich

Wie sich die Anlagengröße auswirkt, zeigt unsere Simulation für Berlin, Süd 35 Grad, 4.000 Kilowattstunden Verbrauch, ohne Speicher. Mit 4 kWp erzeugt die Anlage 4.230 Kilowattstunden, davon werden 1.453 selbst genutzt und 2.724 eingespeist. Mit 8 kWp sind es 8.460 Kilowattstunden Ertrag, 1.672 selbst genutzt und 6.541 eingespeist. Mit 15 kWp kommen 15.862 Kilowattstunden heraus, 1.809 selbst genutzt und 13.421 eingespeist, dazu 633 Kilowattstunden Abregelung durch die 60-Prozent-Grenze.

Die Unterschiede beim Eigenverbrauch sind klein, die bei der Einspeisung groß. Ob sich die größere Anlage lohnt, entscheidet deshalb vor allem der Preis je zusätzlichem kWp im Verhältnis zur Einspeisevergütung.

Eine Faustregel, die heute passt

Belege das Dach so, wie es sich technisch sinnvoll und wirtschaftlich belegen lässt, statt die Anlage künstlich auf den heutigen Verbrauch zu begrenzen. Ziehe dabei schlechte Teilflächen mit viel Schatten ab, denn sie verschlechtern die Wirtschaftlichkeit. Plane künftige Verbraucher mit ein. Und rechne zwei oder drei Varianten mit dem Angebotspreis im Photovoltaik-Rechner durch, um zu sehen, wo die Amortisation am kürzesten und der Überschuss am größten ist.

Selbst rechnen

Mit dem Photovoltaik-Rechner rechnest du deinen Fall mit offen gelegten Annahmen nach. Alle Werkzeuge findest du in der Rechner-Übersicht, Ertragsdaten für 703 Städte unter PV-Ertrag nach Stadt.

Häufige Fragen

Wie viel kWp brauche ich für 4.000 kWh?

Rechnerisch erzeugen rund 4 kWp in Deutschland etwa 4.000 kWh im Jahr. Weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen, lohnt sich oft eine größere Anlage; prüfe das mit dem Photovoltaik-Rechner.

Ist eine größere Anlage immer besser?

Nicht immer. Sie lohnt sich, wenn die zusätzlichen kWp günstig sind. Stark verschattete Teilflächen verschlechtern die Wirtschaftlichkeit.

Wie viel Eigenverbrauch ist realistisch?

Ohne Speicher meist 20 bis 40 % (Fraunhofer ISE nach HTW Berlin), mit Speicher mehr; deine Werte zeigt der Eigenverbrauchsrechner.

Kann ich die Anlage später erweitern?

Technisch ja, aber mit erneutem Aufwand für Gerüst, Montage und Anmeldung, und die Erweiterung erhält den dann gültigen Vergütungssatz.

Was bedeutet die 60-%-Grenze für die Größe?

Sie kappt bei großen Anlagen ohne Smart Meter einige Prozent der Einspeisung. Mit intelligentem Messsystem entfällt sie.

Lohnt sich die Belegung der Ostseite?

Oft ja: Ost liefert je kWp etwa 80 % des Südertrags (PVGIS, 35°), aber zu Zeiten, in denen Haushalte mehr Strom brauchen.

Beispielrechnung mit offen gelegten Annahmen, keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Planung, Auslegung und Anmeldung übernimmt ein Elektrofachbetrieb.

Redaktion

Recherchiert von der Redaktion Photovoltaik-Panel.de, zuletzt geprüft am 14.10.2026. Zahlen belegen wir mit Quelle und Stand, Beispiele rechnen wir mit denselben Formeln wie die Rechner. Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Fehler gefunden? Schreib uns.

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