Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion

So rechnet der Amortisationsrechner
Im ersten Jahr erzeugt die Anlage Leistung mal spezifischem Ertrag. Der Eigenverbrauchsanteil davon spart den Strompreis, der Rest wird mit der Einspeisevergütung bezahlt. Ohne eigenen Satz nimmt der Rechner den EEG-Mischsatz für deine Anlagengröße aus der Tabelle der Bundesnetzagentur, gültig für Inbetriebnahmen bis 31.12.2026. Von der Summe gehen Betriebskosten als Prozentsatz der Investition ab.
In jedem Folgejahr sinkt der Ertrag um den Leistungsverlust, der Strompreis ändert sich um den eingetragenen Prozentsatz. Die Rückflüsse werden aufsummiert. Das Jahr, in dem die Summe die Investition übersteigt, ist die Amortisation; innerhalb des Jahres wird linear geteilt. Nach 20 Jahren endet die EEG-Vergütung, danach rechnet der Rechner für eingespeisten Strom mit dem Wert aus dem Feld Erlös nach 20 Jahren.
Finanzierst du die Anlage mit einem Kredit, verlängern die Zinsen die Amortisation. Liegt der effektive Jahreszins unter der Rendite aus dem Rechner, bleibt die Anlage auch finanziert wirtschaftlich. Betrag und Laufzeit genügen für einen ersten Überblick.
Rendite und Stromgestehungskosten
Der interne Zinsfuß ist der Zinssatz, bei dem der Barwert aller Rückflüsse genau der Investition entspricht. Der Rechner sucht ihn per Bisektion, also durch schrittweises Halbieren eines Zinsintervalls. Ein interner Zinsfuß von 6 Prozent bedeutet: Das Geld verzinst sich so, als läge es zu 6 Prozent pro Jahr an, sofern alle Annahmen eintreffen. Fraunhofer ISE weist darauf hin, dass die Rendite einer PV-Anlage auch während der EEG-Laufzeit nicht risikofrei ist.
Die Stromgestehungskosten zeigen, was eine Kilowattstunde aus deiner Anlage kostet: Investition plus Betriebskosten über die Laufzeit, geteilt durch alle erzeugten Kilowattstunden, ohne Abzinsung. Fraunhofer ISE nennt für kleine Dachanlagen eine Spanne von 6 bis 14 Cent je kWh. Liegt dein Wert deutlich unter deinem Strompreis, lohnt sich jede selbst genutzte Kilowattstunde.
Annahmen bewusst wählen
Die größten Hebel sind Investition, Eigenverbrauch und Strompreis. Ein um 10 Prozentpunkte höherer Eigenverbrauch verkürzt die Amortisation oft um mehrere Jahre, das zeigt die zweite Szenariotabelle. Strompreisentwicklungen lassen sich nicht vorhersagen; rechne deshalb mit einem gleichbleibenden Preis als Basis und betrachte steigende Preise als Chance, nicht als Planungsgrundlage. Steuerliche Fragen (Umsatzsteuer, Einkommensteuer) bildet der Rechner nicht ab; Einnahmen aus Anlagen auf Gebäuden mit bis zu 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem sind nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei, und auf Module, wesentliche Komponenten und Speicher für Anlagen bis 30 kWp auf oder nahe Wohngebäuden fällt nach § 12 Abs. 3 UStG keine Umsatzsteuer an. Einzelheiten klärst du mit deiner Steuerberatung.
Beispielrechnungen
| Beispiel | Amortisation | Rendite | Überschuss 20 J. |
|---|---|---|---|
| 10 kWp, 13.000 €, 30 % Eigenverbrauch | 8,9 Jahre | 9,2 % | 15.390 € |
| 10 kWp, 13.000 €, 50 % Eigenverbrauch | 6,4 Jahre | 14,4 % | 26.257 € |
| 10 kWp mit Speicher, 18.000 €, 60 % | 8,0 Jahre | 10,7 % | 25.690 € |
| 6 kWp, 9.000 €, 35 %, Süddeutschland 1.120 kWh/kWp | 8,4 Jahre | 10,0 % | 11.851 € |
| 15 kWp Volleinspeisung, 18.000 € | 11,9 Jahre | 5,4 % | 11.481 € |
Investitionen sind frei gewählte Rundwerte für die Beispiele. Volleinspeisung mit dem Mischsatz für 15 kWp (11,56 ct).
Häufige Fragen
Nach wie vielen Jahren amortisiert sich eine PV-Anlage?
Das hängt vor allem von Preis, Eigenverbrauch und Ertrag ab. In unseren Beispielen mit frei gewählten Preisen liegen die Werte zwischen den angezeigten Jahren; dein Angebot entscheidet.
Welche Rendite ist realistisch?
Der interne Zinsfuß ergibt sich aus deinen Zahlen. Rechne mit gleichbleibendem Strompreis und konservativer Degradation, dann ist das Ergebnis eher vorsichtig.
Was passiert nach 20 Jahren?
Die Einspeisevergütung endet nach 20 Jahren plus dem Rest des Inbetriebnahmejahres (§ 25 EEG). Die Module laufen weiter; übliche Leistungsgarantien decken laut Fraunhofer ISE höchstens 10 bis 15 Prozent Verlust über 25 bis 30 Jahre ab.
Sind Wechselrichter-Tausch und Versicherung enthalten?
Ja, pauschal über die Betriebskosten (vorbelegt 1 Prozent der Investition im Jahr). Wer mit einem Wechselrichtertausch nach zehn bis fünfzehn Jahren rechnet, kann den Prozentsatz erhöhen.
Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung
Alle Ergebnisse sind Beispielrechnungen mit den Werten und Annahmen auf dieser Seite. Ertragsdaten stammen aus PVGIS (langjährige Mittelwerte für eine unverschattete Fläche am angegebenen Ort), Vergütungssätze von der Bundesnetzagentur mit Gültigkeitszeitraum. Sie ersetzen kein Ertragsgutachten, keine Steuerberatung und kein Angebot eines Elektrofachbetriebs, der Dach, Statik, Hausanschluss und Verschattung vor Ort prüft.
Quellen und Stand
Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze (Abruf 14.10.2026)
- § 48 EEG 2023
- § 9 EEG 2023 (technische Vorgaben, 60-%-Grenze, Steckersolargeräte)
- § 51 EEG 2023 (negative Preise)
- Eurostat: Strompreise für Haushalte (nrg_pc_204)
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Harry Wirth), Fassung vom 20.08.2026
- § 3 Nr. 72 EStG
- § 12 Abs. 3 UStG
- § 25 EEG 2023
Zusammenstellung, Rechenkern und Pflege: Redaktion Photovoltaik-Panel.de. Fehler gefunden? Schreib uns, wir prüfen und korrigieren sichtbar.