Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion

Wie die Stundensimulation funktioniert
Für jede Stunde des Jahres stehen zwei Werte nebeneinander. Die Erzeugung kommt aus PVGIS-Stundenwerten für den Referenzstandort Kassel im Wetterjahr 2019, getrennt nach Ausrichtung, und wird auf den langjährigen Jahresertrag deines Ortes skaliert. Der Verbrauch folgt dem Standardlastprofil H25, das der BDEW 2025 für Haushalte veröffentlicht hat; es unterscheidet Monate, Werktage, Samstage sowie Sonn- und Feiertage und wird auf deinen Jahresverbrauch hochgerechnet.
In jeder Stunde gilt: Was gleichzeitig erzeugt und verbraucht wird, ist direkter Eigenverbrauch. Ein Überschuss lädt den Speicher mit 95 Prozent Wirkungsgrad und einer Leistung von höchstens der halben Kapazität je Stunde. Fehlt Strom, entlädt der Speicher mit denselben Grenzen. Was danach übrig ist, geht ins Netz, gedeckelt durch die 60-Prozent-Grenze, falls aktiviert.
Auch mit Solaranlage und Speicher kaufst du einen Teil deines Stroms weiter aus dem Netz, im Winter den größten Teil. Für diesen Reststrom zählt der Arbeitspreis deines Tarifs. Mit dem Netzbezug aus dem Rechner als Jahresverbrauch zeigt ein Vergleich die Tarife in deinem Netzgebiet.
Eigenverbrauch und Autarkie unterscheiden
Die Eigenverbrauchsquote misst, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms im Haus bleibt. Der Autarkiegrad misst, welcher Anteil deines Verbrauchs aus der Solaranlage kommt. Eine große Anlage hat eine niedrige Eigenverbrauchsquote, aber einen hohen Autarkiegrad; eine kleine Anlage umgekehrt. Fraunhofer ISE nennt für Haushalte ohne Speicher 20 bis 40 Prozent Eigenverbrauch, die Verbraucherzentrale schreibt, dass ein Speicher den Eigenverbrauch auf 50 bis 60 Prozent erhöhen kann.
Die Tabelle zu den Speichergrößen zeigt den abnehmenden Grenznutzen: Die ersten Kilowattstunden Speicher werden fast jeden Tag voll genutzt, jede weitere seltener. Wenn du den Mehrertrag je zusätzlicher Kilowattstunde Speicher mit deinem Strompreis multiplizierst, siehst du, was sie im Jahr einspart.
Was die Simulation nicht weiß
Ein Haushalt mit Homeoffice, Elektroauto, Wärmepumpe oder Poolpumpe verbraucht anders als das Standardprofil. Wer viel tagsüber verbraucht, erreicht einen höheren Eigenverbrauch, als der Rechner zeigt. Stundenwerte glätten kurze Spitzen, Speicherverluste im Stand-by und eine Mindestladung sind nicht abgebildet. Das Ergebnis ist deshalb eine gute Planungsgröße, kein Messwert.
Beispielrechnungen
| Beispiel | Eigenverbrauch | Autarkie | Einspeisung |
|---|---|---|---|
| 8 kWp, 4.000 kWh, ohne Speicher | 20 % | 42 % | 6.541 kWh |
| 8 kWp, 4.000 kWh, 5 kWh Speicher | 37 % | 75 % | 5.076 kWh |
| 8 kWp Ost-West, 4.000 kWh, ohne Speicher | 24 % | 43 % | 5.344 kWh |
| 12 kWp, 8.000 kWh (Wärmepumpe), 10 kWh | 47 % | 71 % | 6.464 kWh |
| 5 kWp, 2.500 kWh, ohne Speicher | 20 % | 42 % | 4.088 kWh |
Ort Berlin, Süd 35°, Lastprofil H25, 60-%-Grenze aktiv.
Häufige Fragen
Wie groß sollte ein Stromspeicher sein?
Die Tabelle im Rechner zeigt, wie viel jede weitere Kilowattstunde bringt. Ab der Größe, bei der der Zugewinn je kWh stark abfällt, lohnt sich mehr Kapazität meist nicht mehr.
Warum erreiche ich keine 100 Prozent Autarkie?
Im Winter erzeugt die Anlage nur einen Bruchteil des Sommerertrags. Ein Batteriespeicher verschiebt Strom über Stunden, nicht über Monate.
Was ist das Lastprofil H25?
Ein Standardlastprofil des BDEW von 2025 für Haushaltskunden. Es beschreibt den typischen Verlauf des Verbrauchs je Viertelstunde für Werktage, Samstage und Sonn- und Feiertage in jedem Monat.
Was bedeutet die 60-Prozent-Grenze?
Ohne intelligentes Messsystem dürfen neue Anlagen mit Einspeisevergütung unter 25 kW höchstens 60 Prozent ihrer Leistung einspeisen (§ 9 Abs. 2 EEG). Ein Speicher und hoher Eigenverbrauch verringern die abgeregelte Menge.
Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung
Alle Ergebnisse sind Beispielrechnungen mit den Werten und Annahmen auf dieser Seite. Ertragsdaten stammen aus PVGIS (langjährige Mittelwerte für eine unverschattete Fläche am angegebenen Ort), Vergütungssätze von der Bundesnetzagentur mit Gültigkeitszeitraum. Sie ersetzen kein Ertragsgutachten, keine Steuerberatung und kein Angebot eines Elektrofachbetriebs, der Dach, Statik, Hausanschluss und Verschattung vor Ort prüft.
Quellen und Stand
Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion
- PVGIS 5.3, Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission
- PVGIS: Daten und Methoden (SARAH3)
- BDEW: Standardlastprofile Strom (H25, 2025)
- demandlib (MIT), Datei der BDEW-Profile
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Harry Wirth), Fassung vom 20.08.2026
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik, was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (Stand 26.08.2026)
- § 9 EEG 2023
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