Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion

So rechnet der Photovoltaik-Rechner
Zuerst wird aus der Dachfläche eine Modulzahl. Die nutzbare Fläche mal Belegungsgrad geteilt durch die Fläche eines Moduls ergibt die Zahl der Panels, abgerundet auf ganze Module. Der Belegungsgrad von 75 Prozent ist eine Annahme für Fugen, Raster und Reststücke; wer die Maße seines Dachs kennt, rechnet genauer mit dem Modulanzahl-Rechner. Modulzahl mal Nennleistung ergibt die Anlagenleistung in Kilowatt-Peak.
Für den Ertrag nutzt der Rechner die PVGIS-Daten der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission. Für 703 Städte haben wir den spezifischen Jahresertrag einer nach Süden ausgerichteten, um 35 Grad geneigten Anlage mit 14 Prozent Systemverlusten abgerufen, auf Basis der Strahlungsdaten 2005 bis 2023. Andere Ausrichtungen und Neigungen rechnet ein Faktor aus einer PVGIS-Matrix um, die wir für Kassel als Referenz ermittelt haben.
Der Eigenverbrauch entsteht nicht aus einer Faustformel. Der Rechner legt für jede der 8.760 Stunden eines Jahres die Erzeugung nach PVGIS-Stundenwerten und den Verbrauch nach dem neuen BDEW-Standardlastprofil H25 übereinander. Was in derselben Stunde gebraucht wird, zählt als Eigenverbrauch, der Rest lädt den Speicher oder geht ins Netz.
Wer die Anlage nicht aus Ersparnissen bezahlt, sollte die Finanzierungskosten in die Rechnung aufnehmen: Zinsen verlängern die Amortisation. Ein Vergleich zeigt Angebote mit effektivem Jahreszins für deinen Betrag; KfW-Programme kannst du daneben bei deiner Bank erfragen.
Was die Wirtschaftlichkeit bestimmt
Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den Arbeitspreis deines Stromtarifs, vorbelegt sind 36,2 Cent je kWh laut Eurostat für das 1. Halbjahr 2026. Jede eingespeiste Kilowattstunde bringt die Einspeisevergütung, für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme bis 31.12.2026 sind das 7,70 Cent. Der Abstand zwischen beiden Werten erklärt, warum ein hoher Eigenverbrauch die Amortisation so stark verkürzt.
Von den Rückflüssen gehen Betriebskosten ab. Fraunhofer ISE nennt jährlich etwa 1 bis 2 Prozent der Investition; vorbelegt ist 1 Prozent. Den Ertrag mindert der Rechner um 0,5 Prozent pro Jahr, eine Annahme, die Fraunhofer ISE als eher konservativ bezeichnet. Die Investition setzt sich aus Preis je kWp und Speicherpreis zusammen. Beide Felder sind mit frei gewählten Rundwerten vorbelegt, damit ein Beispiel entsteht. Für deine Entscheidung zählt allein das Angebot des Fachbetriebs.
Die 60-Prozent-Grenze und negative Preise
Neue Anlagen mit Einspeisevergütung unter 25 kW müssen nach § 9 Abs. 2 EEG die Einspeisung auf 60 Prozent der installierten Leistung begrenzen, solange kein intelligentes Messsystem mit Steuerungseinrichtung eingebaut ist. Der Rechner bildet das stündlich ab und zeigt die abgeregelte Menge im Rechenweg. Bei Süddächern mit wenig Eigenverbrauch fällt sie am deutlichsten aus, bei Ost-West-Dächern und mit Speicher kaum.
In Zeiträumen mit negativen Börsenstrompreisen sinkt der Vergütungsanspruch auf null (§ 51 EEG). Für Anlagen unter 100 kW gilt das erst ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems, die ausgefallenen Zeiten werden an das Ende der Förderdauer angehängt. Weil sich negative Preisstunden nicht verlässlich vorhersagen lassen, rechnet der Rechner sie nicht heraus; ein hoher Eigenverbrauch macht dich davon ohnehin unabhängiger.
Grenzen der Rechnung
Die PVGIS-Werte gelten für den Ortsmittelpunkt und berücksichtigen Geländeschatten aus einem Höhenmodell, aber keine Bäume, Nachbarhäuser oder Gauben. Das Lastprofil H25 beschreibt einen durchschnittlichen Haushalt; wer tagsüber zuhause arbeitet, ein Elektroauto lädt oder eine Wärmepumpe betreibt, verbraucht anders. Stündliche Werte unterschätzen kurze Spitzen, deshalb fällt die Abregelung in der Realität etwas höher aus. Das Wetterjahr der Stundenwerte ist 2019, skaliert auf den langjährigen Mittelwert deines Ortes.
Beispielrechnungen
| Beispiel | kWp | Ertrag | Eigenverbrauch | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| Einfamilienhaus Berlin, 40 m² Süd, 4.000 kWh | 6,75 | 7.138 kWh | 23 % | 9,9 Jahre |
| Dieselbe Anlage mit 10-kWh-Speicher | 6,75 | 7.138 kWh | 47 % | 10,4 Jahre |
| Ost-West-Dach München, 60 m², 5.500 kWh | 9,90 | 9.236 kWh | 25 % | 10,6 Jahre |
| Hamburg, 20 Module à 450 Wp, Wärmepumpe 8.000 kWh | 9,00 | 8.909 kWh | 33 % | 8,5 Jahre |
| Freiburg, 30 m² Südwest, 2.500 kWh | 4,95 | 5.224 kWh | 20 % | 10,6 Jahre |
Preis je kWp 1.300 € und Speicher 500 € je kWh sind frei gewählte Rundwerte für die Beispiele, keine Marktpreise. Strompreis wie vorbelegt, EEG-Satz für Inbetriebnahme bis 31.12.2026.
Häufige Fragen
Wie viele kWp brauche ich für ein Einfamilienhaus?
Das hängt von Dachfläche und Verbrauch ab. Mit 450-Wp-Modulen ergeben 40 m² nutzbare Fläche bei 75 Prozent Belegung 15 Module und 6,75 kWp. Wer das Dach voll belegt, nutzt die Fläche besser aus; der Eigenverbrauchsanteil sinkt dann, die Zahl der selbst genutzten Kilowattstunden steigt aber.
Wie viel Fläche braucht ein kWp?
Die Verbraucherzentrale nennt etwa 5 bis 7 m² je kWp. Ein Modul mit 1.762 × 1.134 mm und 450 Wp braucht rechnerisch 4,4 m² je kWp, dazu kommen Fugen und Randabstände.
Wie genau ist der Ertrag?
Die Werte sind langjährige Mittelwerte aus PVGIS. Einzelne Jahre weichen ab, PVGIS gibt für die Städte eine Standardabweichung des Jahresertrags von meist 40 bis 70 kWh je kWp an. Verschattung durch Bäume oder Gebäude ist nicht enthalten.
Warum ist der Eigenverbrauch so niedrig?
Eine Solaranlage erzeugt mittags am meisten, ein Haushalt verbraucht morgens und abends am meisten. Fraunhofer ISE nennt für Haushalte ohne Speicher 20 bis 40 Prozent Eigenverbrauch bezogen auf den erzeugten Strom. Ein Speicher, ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe heben den Wert.
Lohnt sich Photovoltaik mit der niedrigen Einspeisevergütung noch?
Der Ertrag liegt heute vor allem im Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis. Rechne dein Dach mit deinem Angebotspreis durch; im Beispiel oben amortisieren sich die Anlagen je nach Verbrauch und Ausrichtung nach den angezeigten Jahren.
Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung
Alle Ergebnisse sind Beispielrechnungen mit den Werten und Annahmen auf dieser Seite. Ertragsdaten stammen aus PVGIS (langjährige Mittelwerte für eine unverschattete Fläche am angegebenen Ort), Vergütungssätze von der Bundesnetzagentur mit Gültigkeitszeitraum. Sie ersetzen kein Ertragsgutachten, keine Steuerberatung und kein Angebot eines Elektrofachbetriebs, der Dach, Statik, Hausanschluss und Verschattung vor Ort prüft.
Quellen und Stand
Fachlich geprüft am 14.10.2026 · Redaktion
- PVGIS 5.3, Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission
- PVGIS: Daten und Methoden (SARAH3)
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze (Abruf 14.10.2026)
- § 48 EEG 2023
- § 9 EEG 2023 (technische Vorgaben, 60-%-Grenze, Steckersolargeräte)
- § 51 EEG 2023 (negative Preise)
- Eurostat: Strompreise für Haushalte (nrg_pc_204)
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Harry Wirth), Fassung vom 20.08.2026
- BDEW: Standardlastprofile Strom (H25, 2025)
- demandlib (MIT), Datei der BDEW-Profile
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